Zusammenfassung des zweiten Innovationsworkshops des Innovationsforums fleXelekt.pro
November 25, 2019

Themenschwerpunkte, die den Tag begleiteten, waren hierbei (nach strukturellen Kategorien):

I. Technische Ebene des Oberflächenschutzes eines Produkts

  • Wasserdicht

  • Wasserabweisend

  • Waschbar

  • Medizinisch verträglich

  • Wegwerfprodukt

  • Sonstige?

II. Entwicklungsebene eines neuen Produktes

  • Kosten

  • Zeit

  • Technischer Aufwand/Komplexität

III. Industrialisierungsebene eines neuen Produktes

  • Kosten

  • Skalierbarkeit

  • Qualitätssicherung

  • Zertifizierung/Normen, damit verbundene Kosten/Auflagen

Erster Teil (Vorträge):

Vorstellung des Netzwerkes fleXelekt.pro durch den Gastgeber CARPETLIGHT GmbH (Dr. Laura Schmidt zur Nedden, CARPETLIGHT GmbH, Hamburg)

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„Smart Textiles - von der Idee zum Produkt“
- (Kay Ullrich, TITV,Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V., Greiz)

„Wasserschutz für E-Textiles: Hydrophobierung und Wasserdichte von Beschichtungen“
- (Sigrid Rotzler, IZM, Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, Berlin)

„Einsatzmöglichkeiten von Schutzlacken und gedruckter Elektronik in flexiblen Anwendungen und Wearables“
- (Michael Lange, Elantas Europe GmbH, Hamburg)

Zweiter Teil (Fachlicher Austausch der Teilnehmer zu den Themenschwerpunkten in Arbeitsgruppen)

Die Arbeitsgruppen, die zu den oben genannten Schwerpunktthemen gebildet wurden, bestanden aus Experten aus Wissenschaft und Forschung sowie der Industrie. Die Gruppen wurden möglichst interdisziplinar gebildet, damit ein breiter und offener Austausch mit neuen Perspektiven, Bedürfnissen und Erfahrungsberichten über dieses Forschungsfeld ermöglicht werden kann und um neue Schnittmengen und Lösungsansätze eruieren zu können.

Essenzen des Workshops:

In diesem Workshop hat sich herauskristallisiert, dass aus den verschiedenen Anwendungsfeldern sehr früh ein spezifischer Ansatz in der Entwicklung oder Weiterentwicklung von Produkten nötig ist. Umso wichtiger scheint es, das genaue Profil einer Produktentwicklung im Vorfeld zu skizzieren, um dann passende Strategien für die Realisierung zu finden. Gerade für KMUs ist es zwingend, dabei die Machbarkeit (Produktionskosten, Zeit, technischer Aufwand) von Beginn an für die Entscheidungen zu berücksichtigen. Es hat sich auch an diesem Tag bewährt, sich branchenübergreifend und interdisziplinär auszutauschen und über eine konkrete Fragestellung gemeinsam nachzudenken, da nur so neue Denkwege angestoßen werden, die in diesem sehr innovativen Feld der flexiblen Elektronik mit seinen diversen Marktbedürfnissen und -Potentialen essentiell sind.

Im Folgenden sind Themen aufgelistet, die in den AGs besonders diskutiert und als wichtig erachtet wurden:

Technischer Bedarf/Wünsche:

- Großflächige Kontaktierungen bei gleichbleibender Flexibilität und niedrigem Widerstand

- Brandschutz

- Hydrophobierung

- Binder, die hochflexibel bleiben

Potenzielle Schwierigkeiten:

- Kunde möchte oft „Rundum-Paket“, was einen sehr viel höheren Entwicklungsaufwand erfordert, der für KMUs oft nicht zu stemmen ist

- Initialkosten für Entwicklungen für KMUs oft zu hoch, um Projekte realisieren zu können

- Qualitätsprüfung vom Entwickler vs. Qualitätsprüfung vom Anwender

- Normierungs- und Zertifizierungskriterien für Smart Textiles bisher nicht klar und einheitlich definiert

- Einzelkomponenten eines Produktes hydrophob gestalten, die dann hydrophob assembliert werden können

- Prozesse müssen teilweise komplett neu gestaltet werden. In vielen Unternehmen problematisch Tradition vs. Innovation (bekannter Markt vs. Risikomarkt)

Lösungsansätze:

- Technologieplattform für Standardanwendungen schaffen

- Neue technologische und branchenübergreifende Schnittstellen schaffen

- Netzwerke ausbauen, Synergien schaffen

Dritter Teil:

Führung Forschungscampus DESY mit Begehung der Speicherring-Röntgenstrahlungsquellen „PETRA III“

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Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und Ihren Beiträgen zu diesem inhaltsreichen Tag.

Besonderer Dank geht an die Redner und an das DESY, das uns die Räumlichkeiten für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt hat, außerdem dem BMBF für die Förderung dieses Netzwerkes.